Arbeitskraft und Einkommen
Berufsunfähig im Büro? Warum das Risiko oft unterschätzt wird
Bei Berufsunfähigkeit denken viele zuerst an körperlich schwere Arbeit. Aber auch eine Depression, ein Burnout oder eine andere längere Erkrankung kann einen Bürojob unmöglich machen.
Von Sarah Al-Ramahi
23. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit
Wenn du bei Berufsunfähigkeit zuerst an körperliche Arbeit denkst
Handwerk, Pflege oder Arbeit auf dem Bau: Dort sind körperliche Belastungen leicht zu erkennen. Wer am Schreibtisch arbeitet, fühlt sich deshalb oft weniger gefährdet.
Ein Bürojob schützt aber nicht davor, die eigene Arbeit für längere Zeit nicht mehr ausüben zu können. Psychische Erkrankungen, Krebs oder anhaltende Rückenprobleme können auch dort den Alltag stark verändern.
Das heißt nicht, dass jede Erkrankung automatisch zu einer Berufsunfähigkeit führt. Entscheidend ist, wie stark sie deine konkrete Tätigkeit beeinträchtigt und welche Bedingungen in deinem Vertrag gelten.
Eine Depression fragt nicht nach deinem Arbeitsplatz
Termindruck, Verantwortung, Konflikte bei der Arbeit oder Belastungen im privaten Leben können sich über längere Zeit aufbauen. Manchmal gibt es einen klaren Auslöser. Manchmal nicht.
Eine Depression ist eine Erkrankung, keine Frage von Willenskraft. Sie kann Konzentration, Belastbarkeit und den Umgang mit anderen Menschen so stark beeinflussen, dass der bisherige Beruf zeitweise oder länger nicht mehr ausgeübt werden kann.
Ein Mensch im Büro hat andere Anforderungen als eine Pflegekraft oder ein Handwerker. Seine Arbeitskraft ist deshalb nicht weniger schützenswert.
Was würde ein längerer Einkommensausfall verändern?
Für mich beginnt das Thema nicht mit einem Versicherungsprodukt. Es beginnt mit deiner Situation.
Diese Fragen sind nicht besonders angenehm. Sie machen aber sichtbar, ob eine Lücke besteht und wie groß sie sein könnte.
- Wie hoch sind deine laufenden Ausgaben?
- Welche finanziellen Verpflichtungen laufen weiter?
- Wie lange würden deine Rücklagen reichen?
- Welche Absicherung ist bereits vorhanden?
Ein niedriger Beitrag beantwortet nicht alles
Ein günstiger Monatsbeitrag sieht zunächst gut aus. Im Ernstfall kommt es aber darauf an, welche Leistung vereinbart ist und unter welchen Voraussetzungen sie gezahlt wird.
Nicht jede Person braucht dieselbe Lösung. Auch ein bestehender Vertrag muss nicht automatisch ersetzt werden. Zuerst sollte klar sein, was bereits abgesichert ist und ob es erkennbare Lücken gibt.
- Welche Leistung ist abgesichert?
- Welche Ausschlüsse oder Einschränkungen gibt es?
- Passt die Höhe zu deinen laufenden Ausgaben?
- Kannst du den Beitrag dauerhaft tragen?
Erst verstehen, dann entscheiden
Du musst nicht mit einer fertigen Lösung zu mir kommen. Im ersten Schritt schauen wir gemeinsam auf deine Situation und auf vorhandene Verträge.
Ich erkläre dir, wo eine Lücke bestehen könnte und welche Fragen noch offen sind. Erst danach sprechen wir über mögliche Lösungen, Leistungen und Kosten.
Vielleicht stellst du dabei fest, dass bereits vieles gut geregelt ist. Vielleicht gibt es einen Punkt, den wir genauer prüfen sollten. Beides ist ein vernünftiges Ergebnis.
Quelle und Einordnung
YouGov-Umfrage im Auftrag von Swiss Life Deutschland, durchgeführt vom 6. bis 8. August 2024. Befragt wurden insgesamt 2.112 Personen. Die veröffentlichten Ergebnisse zur Berufsunfähigkeitsabsicherung beziehen sich laut Swiss Life auf die befragten Erwerbstätigen.
Umfrage zeigt: Depression als BU-Risiko wird häufig unterschätztDeine Situation zuerst